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Myeloma Patients Europe (MPE) beteiligt sich im Rahmen der Horizont 2020 Initiative der EU an einem Projekt namens MMPredict.

Ziel des Projektkonsortiums ist die Entwicklung eines Tools für personalisierte Medizin, welches in der Lage ist, die effektivste Behandlungsstrategie für Myelom-Patienten zu prognostizieren.

Zur Unterstützung dieses Projektes führt MPE eine Umfrage mit Myelom-Patienten aus ganz Europa durch. Ziel der Umfrage ist es, mehr über die Lebensqualität der Patienten sowie über den Einfluss von therapeutischen Nebenwirkungen auf die Lebensqualität zu erfahren. Die Umfrage erfasst weiterhin die Haltung der Patienten gegenüber genetischen Testverfahren und Verfahren der Risikoabschätzung (z.B. um zu verstehen, ob ein Patient ein Hoch- oder Standardrisiko-Myelom hat).

Das Projekt wird im Folgenden näher erläutert. Im weiteren Verlauf finden Sie außerdem Informationen darüber, wie die Erkenntnisse aus der Umfrage bei der Veröffentlichung der Projektergebnisse verwendet werden.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Webseite www.mmh2020.eu oder kontaktieren Sie die MPE Richtlinienbeauftragte Kate Morgan per Email: morgan@mpeurope.org

 

Horizont 2020 MMPredict

Was ist Horizont 2020?

Horizont 2020 ist ein groß angelegtes  Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union, welches über Fördermittel von ca. 80 Milliarden Euro verfügt und dessen Laufzeit 7 Jahre beträgt (2014-2020). Es fördert ein breites Spektrum an vielfältigen Projekten rund um die Themen Wissenschaft, Innovation und die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen.

Um eine Förderung durch das Programm zu erhalten, arbeiten Multi-Stakeholder-Konsortien partnerschaftlich zusammen und entwickeln gemeinsam einen Projektvorschlag, welcher im Anschluss durch die Europäische Kommission begutachtet wird. MMPredict wurde durch die Europäische Kommission genehmigt und startete im November 2016. Über einen Zeitraum von 42 Monaten verteilt das Konsortium die zugeteilten Budgetmittel anteilig auf die einzelnen Konsortialmitglieder, damit diese die ihnen zugewiesenen Aufgaben ausführen können.

Weiterführende Informationen zum Horizont 2020 Projekt der EU finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF): https://www.bmbf.de/pub/Horizont_2020_im_Blick.pdf

 

Was beinhaltet das Projekt MMpredict?

Ziel des Projekts MMPredict ist die Entwicklung eines Instrumentes, welches Myelom-Ärzte in die Lage versetzt, die effektivste Behandlungsstrategie für ihre Patienten zu prognostizieren. Damit soll sichergestellt werden, dass jeder Patient das Therapieschema mit der höchsten Wirksamkeit und den geringsten Nebenwirkungen erhält, und zwar von Beginn der Therapie an.

 

Wie wird dieses Instrument entwickelt?

SkylineDx, ein Mitglied des Projektkonsortiums, hat bereits ein Diagnosegerät namens MMProfiler™ entwickelt und validieren lassen. Das Gerät bestimmt den Risikograd eines Myelom-Patienten und teilt diesen in Hoch- oder Standardrisiko-Gruppen ein. Patienten mit Hochrisiko-Myelom sprechen meisthin nicht besonders gut auf die Therapie an und erleiden häufiger einen Rückfall als Patienten mit Standardrisiko-Myelom. Die Einteilung in Hoch- oder Standardrisiko-Gruppen erfolgt mit Hilfe einer „Genexpressionsanalyse“ (Englisch: gene expression profiling, GEP). Bei dieser Methode wird die Aktivität (oder „Expression“) spezifischer Gene in Gewebeproben gemessen. Die GEP eines Patienten erzeugt ein individuelles Bild über die eigene biologische Beschaffenheit, was wiederum Rückschlüsse über das mögliche Ansprechen auf verschiedene Therapieformen zulässt. Ziel des Projektkonsortiums ist es, basierend auf diesem Ansatz ein Instrument zu entwickeln, welches Myelom-Ärzten helfen soll, die effektivste Therapieform für ihre Patienten zu prognostizieren.

Dazu werden prädiktive Biomarker (messbare Indikatoren für das Ansprechen auf die Therapie und die Krankheitsprogression) verwendet.

Die Untersuchung dieser Marker in Gewebeproben von Patienten soll Wissenschaftlern Aufschluss darüber geben, welche Therapie bzw. Therapiekombinationen basierend auf dem individuellen Myelom-Subtypen in der Behandlung des einzelnen Patienten am effektivstensind. Korrelationen zwischen prädiktiven Biomarkern und der Wirkung von Therapien bzw. Therapiekombinationen werden dann zu einer Matrix verarbeitet, die die Entscheidungsgrundlage für die Therapie liefern und es Myelom-Ärzten ermöglichen soll, eine personalisierte medizinische Therapiestrategie zu definieren.

 

Was ist der Hintergrund des Projekts?

Die Möglichkeit, das Therapieansprechen von Myelom-Patienten vorhersagen zu können, würde sich sehr positiv auf das Patienten-Outcome auswirken. Obwohl sich die Therapieerfolge beim Myelom schrittweise verbessern, unterliegt die Wahl der anzuwendenden Behandlung und Betreuung von Patienten bisher einem Universalansatz. Hochrisiko-Myelom-Patienten haben meisthin ein schlechteres Outcome. Dennoch unterscheiden sich die Therapieansätze bisher nicht von den bei Standardrisiko-Myelom-Patienten Angewandten. MMPredict soll einen personalisierteren Therapieansatz für unterschiedliche Patientengruppen ermöglichen.

Hinzu kommt, dass die Myelom-Behandlungspfade in einigen europäischen Ländern zunehmend komplizierter und  kostenintensiver werden. Individualisierte Behandlungsansätze verbessern das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Arzneimitteln, da sie Ärzte in die Lage versetzen zu prognostizieren, welche Therapie beim einzelnen Patienten anschlägt. Prädiktive Ansätze wie jene, die aktuell vom MMPredict-Projektkonsortium untersucht werden, sind daher für die Gesundheitssysteme in ganz Europa bedeutsam.

 

Was ist das MMPredict-Projektkonsortium?

Das Projektkonsortium ist ein Zusammenschluss verschiedener Organisationen, die an der Erbringung der MMPredict-Leistungen beteiligt sind. Dieser Zusammenschluss stellt sicher, dass ein breites Spektrum sich gegenseitig ergänzender Fähigkeiten und Fachwissen in dem Projekt vereint werden.

Die Konsortialpartner sind:

  • SkylineDx B.V. (Niederlande)
  • University of Turin (Italien)
  • Erasmus University Medical Center (Niederlande)
  • Erasmus School of Health Policy & Management (Niederlande)
  • Myeloma Patients Europe AISBL (Belgien)

Die Arbeit des Projektkonsortiums wird von SkylineDx koordiniert, welche den Projektleiter für die Dauer der Förderung stellt.

 

Wie beteiligt sich MPE an der Studie?

Die Hauptaufgabe von MPE ist es sicherzustellen, dass die Patientenstimme in dem Projekt berücksichtigt wird. Dazu leitet MPE die Durchführung einer Umfrage zur Lebensqualität von Patienten und Patientenpräferenzen bei der Behandlung. Es ist wichtig, dass auch individualisierte Behandlungsansätze die Präferenzen von Myelom-Patienten sowie den Einfluss der Therapie auf die Lebensqualität berücksichtigen. Neben der Durchführung der Umfrage wird MPE auch Mitglieder und externe Akteure über das Projekt informieren.

 

Gibt es ähnliche laufende Studien?

Ja. Angesichts der Bedeutung dieses Forschungsgebietes gibt es etliche weitere Studien, welche sich mit prädiktiven Tests hinsichtlich des Therapieansprechens beim Myelom sowie prädiktiven Modellen für individuelle Behandlungsformen beschäftigen. Nachfolgend sind Beispiele für andere Organisationen genannt, welche in diesem Bereich tätig sind.

  • Das Medizinische Prognose Institut in Dänemark hat ein Tool namens Drug Response Predictor (DRP®) entwickelt, welches nachgewiesenermaßen das Potential hat, ein personalisiertes medizinisches Instrument für Myelom und andere Krebsarten zu liefern.
  • Quest Diagnostics hat eine Reihe von diagnostischen Instrumenten im Bereich Myelom entwickelt, darunter ein Tool, welche es Ärzten ermöglichen soll, das Ansprechen eines Patienten auf Daratumumab (Darzalex®) besser zu verstehen.
  • Die Universität von Arkansas (University of Arkansas Medical School – UAMS) hat Tools entwickelt, um die Prognose von Myelom-Patienten in Bezug auf ihr Risikoprofil zuverlässig zu prognostizieren – bekannt unter dem Namen MyPRS™ und MyPRS Plus™. Diese Instrumente wurden von Quest Diagnostics im Jahre 2016 erworben, um weiter daran zu forschen.
  • Cellworks und die Universität von Gainesville in Florida (neben anderen Partnern) haben den Nutzen von Computermodellen und digitalen Arzneimittel-Simulationen zur Vorhersage des Therapieansprechens bei Myelom-Patienten unterstrichen.

 

Über die MMPredict Umfrage

Welche Fragen werden in der MMPredict Umfrage gestellt?

Die Umfrage stellt Myelom-Patienten Fragen zu ihrer Lebensqualität und zu ihren Erfahrungen mit verschiedenen bereits erhaltenen Myelom-Therapien. Dazu werden standardisierte Fragebögen verwendet, welche bereits routinemäßig zur Messung gesundheitsbezogener Lebensqualität bei Patienten angewendet werden – „EuroQol EQ-5D-5L“ und „EORTC QLQ-C30“. Das Stichwort „gesundheitsbezogene Lebensqualität“ bezieht sich auf den Einfluss, den der Gesundheitszustand auf die Fähigkeiten eines Menschen hat, seinen alltäglichen Aktivitäten nachzugehen. Die Umfrage fragt zudem nach der Haltung der Patienten gegenüber genetischen Testverfahren und Verfahren der Risikoabschätzung (z.B. um zu verstehen, ob ein Patient ein Hoch- oder Standardrisiko-Myelom hat).

 

Wie werden die Ergebnisse der Umfrage verwendet?

Die Resultate der Umfrage werden zur Entwicklung des Projektergebnisses von MMPredict verwendet. Ziel ist es, durch die Zusammenführung der Antworten aller teilnehmenden Patienten ein besseres Verständnis für die relevantesten Themen rund um das Thema Lebensqualität für Patienten zu erreichen und diese mit den spezifischen Therapie- oder Krankheitseigenschaften in Verbindung zu bringen. Das Projektkonsortium verspricht sich dadurch neue Erkenntnisse, welche wiederum dazu dienen sollen zu erkennen, welche Diagnosetools bei der Wahl der entsprechenden Behandlungsmethode für Patienten und deren Ärzte nützlich sein könnten.

 

Welche Länder nehmen an der Umfrage teil?

Die Umfrage legt den Fokus auf die Auswertung der Meinungen von Myelom-Patienten aus 6 europäischen Ländern: Großbritannien, Niederlande, Deutschland, Belgien, Italien und Frankreich. Die Umfrage wurde dazu in die relevanten Sprachen übersetzt. Diese Länder wurden aufgrund ihres Gesundheitssystems (z.B. wie ihre Arzneimittel-Erstattungssysteme funktionieren) und der Anzahl Myelom-Patienten in der Gesamtbevölkerung ausgewählt. Die Resultate werden daher primär basierend auf den Antworten aus diesen Ländern ausgewertet.

Das Projektkonsortium strebt jedoch den Erhalt von Antworten möglichst vieler Myelom-Patienten aus ganz Europa an – die Teilnahme an der Umfrage steht demnach Patienten aller Nationalitäten offen.

 

Ist die Umfrage vertraulich?

Ja. Die über den Fragebogen gesammelten Daten werden anonym und vertraulich behandelt. Weiterhin werden alle gesammelten Daten ausschließlich für diese Studie verwendet und nicht mit Dritten geteilt oder an Dritte weitergegeben. Ausgenommen davon sind autorisierte Forschungsmitarbeiter.

 

Wo finde ich weitere Informationen?

Wenn Sie weitere Fragen zur Studie haben, kontaktieren Sie bitte Kate Morgan (MPE Richtlinienbeauftragte) per Email: morgan@mpeurope.org

Wir danken AMM-online und der Myelom Gruppe Rhein-Main/ Leukämiehilfe Rhein-Main für ihr bisheriges Engagement im Zusammenhang mit der Umfrage.

 

Die deutschen Partner von MPE sind nachfolgend aufgeführt (in alphabetischer Reihenfolge):

AMM-online (ww.myelom.org)
Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V. (www.leukaemie-hilfe.de)
Myelom Deutschland e.V. (www.myelom-deutschland.de)
Myelom Gruppe Rhein-Main (www.myelom.net)
Leukämiehilfe Rhein-Main (www.leukaemiehilfe-rhein-main.de)